Faces - Gesichter,  New York 1995 - 97  
   
A sea of gestural, abstract faces confronts the
viewer - so many eyes burning into your skin
that the room becomes your stage, the figures
your audience. They take many forms and
present themselves in varying media. They are
Kerstin Roolfs' bevy of "unconscious developed
psychogrammes (mental x-rays)".

Working in ink and oil on vellum paper and
canvas, Roolfs has developed a penetrating
reflection of both the personal and collective
unconscious suggesting the many moods of
the psyche, like a mirror that's always in front
of one's face. Automatic drawings and psychic
distortions of faces and political symbology
call to mind the work of Grosz and Beckmann,
but with a more personal and ambiguous tone
that leaves the viewer some interpretive
breathing space, a chance to "participate"
in the mood. What look like reflections of
the soul bring it on in the realm of the
audience - particularly in the large scale,
confrontational watercolors, and the moody,
imposing lightboxes.

Gile R. Downes, Jr. (September 1995, NYC)


      

Gesichter haben Kerstin Roolfs bereits seit
ihrer Kindheit fasziniert. Transformiert zum
konsequenten Inhalt sind sie jedoch erst, nachdem
der Umzug von Berlin nach New York erfolgte. In
der neuen Umgebung wurde der Malerin bewußt,
„ständig von Gesichtern umringt zu sein".

Die Gesichter, die bereits in der informellen Phase
zuvor - wenn auch schemenhaft ausgelöst - stets
präsent waren, gewannen im Atelier in Brooklyn
mehr und mehr Kontur. Sie brechen aus dem
Unbewußten hervor. Spielerisch, intuitiv, nahezu
automatisch entstehen die Zeichnungen. Expressiv
kraftvoll, aber auch filigran und zerbrechlich
suchen sie den Dialog: der Betrachter kann sich
ihrer Eindringlichkeit nicht entziehen, muß seinen
eigenen Erlebnishorizont für das stumme Gespräch
öffnen.

Das zeichnerische Element steht auch bei den
Lichtkästen im Vordergrund. Inspiriert vom
„Gläsernen Meschen " im Hygienemuseum in
Dresden, wollte Kerstin Roolfs Objekte schaffen,
die nicht nur das ohnehin Offensichtliche dar-
stellen, sondern tiefere Sichtweisen offenbaren.

So erfahren die Tuschezeichnungen auf them licht-
durchfluteten Vellum-Papier durch Transparenz
und Schichtungen eine neue Wirklichkeitsebene.

Wiebke Kramp (November 1995, NYC)